Kirchen und Kapellen in der Stadt Erkelenz

 

 

Standort:

Hauptstraße 87, 41812 Erkelenz -  Lövenich

GPS:

51° 01′ 54″ N, 6° 18′ 58″ O

Zuständigkeit:

Evangelische Gemeinde  Lövenich

Baujahr:

1683

Einweihung:

unbekannt

Pfarrgemeinde:

Evangelische Pfarre Lövenich

 

 

Evangelische Hofkirche in Lövenich

 

          

    

    

Standort:

Die Evangelische Hofkirche hat ihren Standort an der Hauptstraße 87, im Stadtteil Lövenich, in der Stadt Erkelenz, im Kreis Heinsberg. Sie steht als Denkmal Nr. 4 in der Denkmalliste der Stadt Erkelenz unter Denkmalschutz. 

Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Lövenich

Die Anfänge unserer evangelischen Kirchengemeinde reichen zurück an den Beginn des 17. Jahrhunderts. Obwohl es schon vorher vereinzelte Notizen gegeben hat, dass in Lövenich und Umgebung das Abendmahl in beiderlei Gestalt gefeiert wurde, sind erst um 1610 öffentliche protestantische Gottesdienste in Lövenich belegt.

Nachdem die Spanier das Jülicher Land erobert hatten, mussten diese Gottesdienste aber wieder aufgegeben werden. Erst nach dem 30-jährigen Krieg wurde ein Gemeindeleben wieder geduldet, allerdings blieben die Evangelischen zunächst von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen und mussten ihre Gottesdienste in Privathäusern feiern.

1667 wurde die Kirchengemeinde Lövenich dann offiziell anerkannt. Als Predigthaus diente zuerst ein altes Haus am „Nierhoverend“, das aber wegen Baufälligkeit wieder aufgegeben werden musste. Am Ortsrand konnte man aber ein Grundstück erwerben und 1680 mit dem Bau einer eigenen Kirche beginnen, in der dann 1684 die ersten Gottesdienste gefeiert wurden. Eine Kirche noch ohne Turm, Glocke, Orgel und Empore. Die Hofkirche wurde entsprechend der reformierten Tradition als „Predigthaus“ gebaut mit Platz für eine Gemeinde, einem „Predigtstuhl“ (der späteren Kanzel), einem Abendmahlstisch, auf den bei Bedarf eine Taufschale gestellt werden konnte und dem „Armenstock“ an der Tür für Abgaben und Kollekten. Es fehlt bis heute ein Kreuz oder ein anderes Bild.

Das Pfarrhaus mit Stallungen und Nebengebäuden wurde erst einige Jahre später gebaut. Der Kirchbau und das Gemeindeleben wurden damals auch möglich durch großzügige Kollekten und Spenden aus niederländischen Gemeinden. Als weiterer Wohltäter wird in den Quellen auch Graf Reinhardt Vincenz von Hompesch (Schloss Rurich) genannt.

Zunächst „teilte“ sich die Gemeinde einen Prediger mit Kirchherten, bevor sich Andreas Stephani aus Otzenrath bereit erklärte, ab Januar 1684 die erste ordentliche Predigerstelle in Lövenich zu übernehmen, die er dann über 42 Jahre ausübte.

1743 erwarb die Gemeinde ein benachbartes Gebäude, in dem dann die evangelische Schule untergebracht wird. Im letzten Jahr des 2. Weltkrieges werden Kirche, Pfarrhaus und Schule schwer beschädigt; die Schule musste abgerissen werden.

1804 bekam die Kirche einen Dachreiter, in dem eine Glocke untergebracht werden konnte. Später kam eine weitere Glocke dazu. Ein vergoldeter Posaunenengel mit den Initialen MAS (gestiftet von Maria Agnes Schneiders) wird zum Wahrzeichen der Gemeinde. 1883 kommt anlässlich des Lutherjahres ein neuer Geusen-Daniel mit der Posaune in der einen und der Bibel in der anderen Hand auf den Turm, nachdem der erste schon 1848 aufgrund von Protesten der katholischen Bevölkerung von Kückhoven entfernt werden musste.

1811 bekam die Gemeinde eine erste Orgel, für die dann eine Empore eingezogen werden musste. Die Kanzel wurde 1842 der Gemeinde geschenkt und stammt ursprünglich aus Mülheim am Rhein. 1902 kam der Abendmahlstisch/Altar in die Hofkirche: er stammt ursprünglich aus der alten Hauptkirche in Rheydt.

Zur Gemeinde gehörten bis 1959 auch die Evangelischen im direkten Stadtgebiet Erkelenz; zeitweise hieß die Gemeinde auch offiziell „Evangelische Kirchengemeinde Lövenich-Erkelenz“. Durch den Zuzug von Ostvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg wuchs aber auch in der Stadt Erkelenz und den umliegenden Dörfern die Zahl der Evangelischen deutlich an, sodass Erkelenz schließlich selbständige Gemeinde wurde.

Text- und Bildquelle: Webseite der Kirchengemeinde Lövenich

Ausstattung:

 *  In der Kirche sind ein Abendmahltisch, ein Predigtstuhl, eine Taufschale sowie ein Armenstock.

 *  Die erste Orgel wurde 1811 angeschafft und auf der Empore untergebracht.

 *  Im Dachreiter aus dem Jahr 1811 befinden sich zwei Glocken.

Infos zur Hofkirche: 

 *  Denkmalliste Erkelenz, Nr. 4, Eintrag: 20. Oktober 1982

 *  Hofkirche zu Lövenich auf der Webseite der Stadt Erkelenz

 *  Diakonie: Evangelische Kirchengemeinde Lövenich

 *  Wege gemeinsam gehen und niemanden ausgrenzen (AZ. v. 9. Juli 2012)

 *  Liebe zur Hofkirche: Marita Wilbrand als Küsterin verabschiedet (AZ v. 20. August 2012)

 *  Evangelische Hofkirchen erzählten ihre Geschichten (AZ. v. 14. Oktober 2012)