Wohnhaus (Villa) in
Viersen

Denkmalbeschreibung:
Das repräsentative Wohngebäude in exponierter
Lage ist zweigeschossig mit Mansarddach in fünf Achsen errichtet. Die
Putzfassade mit historisierenden Schmuckformen erfährt eine Betonung in
den äußeren Achsen. Die rechte Achse, risalitartig leicht vorgezogen,
ist durch die Toreinfahrt verbreitert und übergiebelt. Die linke Achse
ist mit einem Erker versehen. Auffallend sind hier die schmiedeeisernen
Absturzgitter im floralen Dekor über der vorgeblendeten Balustrade am
Erker.
Die erdgeschossig im Bänderputz gehaltene
Fassade ist durch Sockel und Solbankgesims horizontal geliedert. Ein
Kranzgesims leitet zum Mansarddach über. Hier sind drei Dachhäuschen
aufgesetzt. Die Jahreszahl ist im Schmuck-Giebel ablesbar.
Durch die ehemalige Toreinfahrt gelangt man zum
Eingang des Hauses. Dieser Bereich ist durch Wand- und Deckenmalerei
aufgewertet.
Es handelt sich dabei um Trompel'oeil-Malerei:
Mit der Darstellung einer Scheinarchitektur soll die Mauer der
Tordurchfahrt vortäuschend durchbrochen werden. Der Blick wird auf
Zypressenwälder vor feuerrotem Himmelsgrund gelenkt. Die Formensprache
und die Symbolik der Ornamente der Palastmauer lassen eine Einordnung
des Wandgemäldes in dem Stil des Historismus zu.
Durch den Eingang gelangt man in den Flur mit
farbig gemusterten Fliesen und einer Holztreppe. Das Untergeschoss, mit
den Praxisräumen des Dr. Josef Heimbach, ist im Verhältnis zu der
obergeschossigen Wohnetage eher schlicht ausgestattet.
In der 1. Etage sind Türen mit Rahmen und Füllungen
verschiedenartig im Dekor übergiebelt. Ferner sind Wandvertäfelungen
und stark strukturierte Stuckdecken in den Wohnräumen vorzufinden. Zum
Teil sind die Räume mit Eichenparkett ausgestattet. Verschiedene
aufwendig gearbeitete Heizkörperverkleidungen aus Keramik und Blech,
sowie aus der Erbauungszeit stammende Hängelampen unterstreichen die
Wohnqualität des 1. Obergeschosses. Ein Fenster des Treppenhauses ist
mit floralen Motiven bemalt.
Ebenso bemerkenswert ist der Garten mit altem
Baumbestand und einer Wegeführung um einen Brunnen und eine plastische
Figur.
Die exponierte Lage im Ortskern von Viersen lässt
das Gebäude zu einem Blickfang werden. Es trägt somit zu der
Unverwechselbarkeit des Platzes bei.
Die aufwendige, zeittypische Fassadengestaltung
kennzeichnet den zeitgenössischen Bautyp eines repräsentativen Praxis-
und Wohngebäudes, das hier das historische Stadtbild widerspiegelt.
Darüber hinaus gehört es durch den originalen
Grundriss sowie die bemerkenswerte Ausstattung und Gartengestaltung zu
den nach Qualität und Erhaltungszustand selten gewordenen Wohngebäuden
seiner Zeit. Aus wissenschaftlichen, insbesondere städtebaulichen,
architekturgeschichtlichen und historischen Gründen liegen Erhaltung
und Nutzung des Gebäudes und der Gartenanlage gemäß § 2 (1) des
Denkmalschutzgesetzes im öffentlichen Interesse.