Denkmale in der Stadt Viersen

Lfd. - Nr. 36

 

Standort:

Eligiusplatz 10 / Westwall 51,  D 41751 Viersen - Dülken

GPS:

5114' 57,2" N   06o 19' 56,2" O

Zuständigkeit:

Privat

Baujahr:

um 1700, ca. 1816

Tag der Eintragung als Denkmal

9. Juli 1985

Quellenhinweis:

Beschreibung der Denkmalbehörde

 

 

 

 

Gasthof Kamp in Dülken

        

Denkmalbeschreibung:

Es handelt sich um die Gebäude des ehemaligen Gasthofes Kamp bzw. seines Nebengebäudes. Das Vordergebäude wurde vermutlich als Dependence des Gasthofes Kamp ca. 1816 errichtet.

Dieses backsteinsichtige Gebäude mit Satteldach ist zweigeschossig. Die dreiachsige Fassade ist symmetrisch angelegt. Die Eingangstür liegt etwas eingezogen in der Mitte des Erdgeschosses. Fenster und Tür besitzen flach gemauerte Entlastungsbögen, wobei die Tür und das linke Fenster sowie ein mittig erhöht liegender Bogen durch einen weit gespannten Entlastungsbogen verbunden werden. Dies deutet auf eine frühere bauliche Veränderung hin.

Die Fenster sind mit Holzklappläden versehen. Ihre Sohlbänke sind in Beton erneuert. Die Fenster sind zum Teil an der Rückfront geschlossen worden.

1980 erfuhr das Gebäude im Inneren eine totale Veränderung, d.h. Auskernung. Nur die quergewölbten Keller mit segmentbogenförmigen Öffnungen in deren Trennwänden sind noch vorhanden.

Das Hintergebäude als eigentlicher Gasthof - seit dem Umbau 1980 durch einen eingeschossigen Erweiterungsbau verbunden und heute nur als Wohnhaus genutzt - wird im Volksmund "Kamp-Bräues" genannt. Es wurde vermutlich um 1700 errichtet und zwar in Fachwerk.

Auch dieses Gebäude wurde im Inneren völlig verändert und mit einem Anbau versehen.

Die hofseitige Wand wurde beim Umbau nach Einsturz des Giebels neu verblendet unter Verwendung des alten sichtigen Fachwerks. Gartenseitig wurden dabei auch zwei Fenster geschlossen. Die Giebelseite am Wall erhielt durch eine Erweiterung eines Fensters die Eingangstür. Die Tür in der Verbindungsmauer, die im Verbund mit dem Hintergebäude erbaut ist, wurde zum Fenster verkleinert.

Der zusammengehörende, eine Einheit bildende Gebäudekomplex weist in seiner originalen äußeren Erscheinung der Fassaden sowie in Verbindung mit der alten Stadtmauer und der noch teils originalen Aufteilung der Fensteröffnungen bzw. Aufteilungen die geschichtliche, kleinteilige Bebauung Dülkens noch auf. Sie ist somit stadtbildprägend. Die Gaststättentradition wird unter neuem Namen fortgesetzt.

Beide Gebäude wirken städtebaulich gestaltend. Zusammen mit ihrer alten Verbindungsmauer nehmen sie den Verlauf der Stadtbefestigungsmauer zwischen dem kleinen Tor für Fußgänger und dem neu aufgebauten Gefangenenturm wieder auf. Zum Eligiusplatz hin wirkt das Vordergebäude zusammen mit dem Gebäude Eligiusplatz 10 platzprägend.

Aus wissenschaftlichen, insbesondere ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und platzgestaltenden Gründen liegen Erhaltung und Nutzung gemäß § 2 (1) Denkmalschutzgesetz im öffentlichen Interesse.