Verwaltungsgebäude der
Maschinenfabrik Heine in Viersen

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Denkmalbeschreibung:
Das Verwaltungsgebäude Greefsallee 1 in
Viersen ist bedeutend für Viersen und für die Entwicklung der Arbeits-
und Produktionsverhältnisse. An seiner Erhaltung und Nutzung besteht
aus wissenschaftlichen, hier architektur- und ortsgeschichtlichen Gründen
ein öffentliches Interesse. Es handelt sich daher gemäß § 2 (1)
Denkmalschutzgesetz NRW um ein Baudenkmal.
Das repräsentative Verwaltungsgebäude
Greefsallee 1/Ecke Ringstraße in Viersen wurde 1914 für die
Maschinenfabrik Gebrüder Heine errichtet. Planverfasser war Architekt
BDA Robert Neuhaus aus Mönchengladbach. 1928 wurde nach einem Entwurf
des gleichen Büros, inzwischen unter Leitung von August Stief, rückwärtig
ein "Arbeiter-Wohlfahrtshaus" hinzugefügt, welches ebenfalls
erhalten ist und heute Büroräume beinhaltet.
1993-96 entstand in Verlängerung des
Verwaltungsgebäudes entlang der Greefsallee ein Neubau, der in freier
Anlehnung die Formensprache des Altbaus weiterentwickelt. Gleichzeitig
wurde der Altbau in den Bestand respektierender Weise saniert.
Das Verwaltungsgebäude von 1914 erhebt sich über
L-förmiger Grundfläche mit im Aufriss zwölf mal sechs regelmäßigen
Fensterachsen. In der linken äußeren Achse der Langseite entlang der
Greefsallee ist der Eingang angebracht, der die Haupteingangsfunktion
heute aber an den Neubau abgegeben hat.
Über einem gebänderten, durchfensterten
Sockelgeschoss besitzt das Gebäude zwei Vollgeschosse sowie ein
vollwertig ausgebautes Dachgeschoss. Die Außenwände sind über dem
Sockel backsteinsichtig mit Steinelementen (Kunststein?) gestaltet, das
abgewalmte Dach ist mit Eckpavillonmotiven sowie einem Belvedere über
einem Giebel an der Stadtseite zur Ringstraße differenziert.
Die Fassade zur Greefsallee bezieht ihre
Gestaltwirkung primär aus ihrer breiten Lagerung. Die Symmetrie der
Ansicht und die regelmäßige Anordnung der Fensterachsen werden
lediglich durch den Eingang in der linken Achse variiert. Dieser ist als
im Verhältnis zum Baukörper relativ kleines, eine Achse breites Portal
ausgebildet, mit gestufter Werksteinrahmung und einer Gebälkbekrönung
aus seitlichen Voluten und einem stehenden Ovalfenster in der Mitte,
letzteres mit Ziersprossung. Im Sturz war der Firmenname Gebr. Heine
angebracht, eine Tradition, die der heutige Eigentümer mit seinem
eigenen Namen fortsetzt. Die originale Tür mit kassettenartig dreifach
übereinander angeordnetem Ziermotiv in der Mitte ist erhalten.
Auch die Fenster in der rechts anschließenden
Achse entsprechen in ihrer Größe nicht dem Fassadenschema, welche aus
Sockelfenster, hohem Erdgeschossfenster und etwas niedrigerer
Obergeschossöffnung eine klassische Hierarchisierung verfolgt. Die für
die Wirkung der flächigen Fassade wichtige kleinformatige
Sprossenteilung der Kreuzstockfenster wurde bei der jüngsten
Fenstererneuerung übernommen.
Über dem Obergeschoss markiert ein als
angedeutetes Pultdach ausgestaltetes Gesims den Übergang zum
Dachbereich. Die jeweils drei äußeren Achsen links und rechts sind als
Vollgeschoss eckpavillonartig hochgezogen, wobei die Backsteinflächen
zwischen den Fenstern Kapitelle besitzen und daher wie Pilaster wirken.
Zwischen die beiden "Eckpavillons" ist ein Fensterband
eingespannt; hier sind die Gewände zwischen den Einzelfenstern durch
Kanneluren ebenfalls klassizierend ausgestaltet.
An der Fassade zur Ringstraße, zur Innenstadt
von Viersen hin gerichtet, bekrönt ein backsteinsichtiger
Dreiecksgiebel die mittleren vier Fensterachsen, die dementsprechend
auch leicht vorgezogen sind. Das Geschossgesims der Langseite ist zwar
in den Außenachsen in die Giebelfassade hinein verkröpft (darüber
jeweils ein Rundfenster mit Ziersprossung), dennoch wirkt die Fassade
hier dreigeschossig, da das Dachgeschoss am Giebelrisalit vollwertig und
ohne Gesimstrennung in Erscheinung tritt. Die Brüstungsfelder sind im
Risalit als Werksteinflächen ausgebildet, in den Obergeschossen mit
runden, je Geschoss variierten Kartu-schen besetzt. Die lisenenartigen
Wandflächen zwischen den Giebelfensterachsen besitzen Kapitelle und
abstrahierte Basen, so dass auch sie wie Pilaster wirken. Auf dem First
des Walmdaches, mittig oberhalb des Giebels sitzt ein runder Belvedere
mit offenem Ausguck.
Die Rückseite des Verwaltungsgebäudes ist in
ähnlicher Weise wie die Fassade zur Greefsallee gestaltet, wobei die
Erdgeschossfenster (des dahinterliegenden Flures) allerdings rundbogig
ausgeführt sind. Von der Rückseite des Flügels an der Ringstraße aus
führt ein Ausgang mit antikisierend profiliertem Sturzgebälk vom
Treppenhaus in den Hofbereich. Die originale zweiflügelige Tür zeigt
wieder ein dreifach übereinander angeordnetes, quadratisches und
durchfenstertes Ziermotiv, dessen kreuzförmige Sprossung mit mittlerem
Stern jedoch gegenüber dem Haupteingang an der Straße einfacher
gehalten ist.
Im Inneren sind Größe und Ausstattung der Büroräume
modernisiert. Wesentlich ist aber die Erhaltung der Erschließungswege
(Lage von Fluren und Treppenhaus), der tragenden Wände und des einhüftigen
Grundrisses. Der Eingangsflur nimmt die Bänderung des Sockelgeschosses
innen auf, er ist beidseitig in großen Rundbogenfenstern geöffnet. An
seiner Hofseite führt ein portalähnlicher Übergang in den rückwärtig
gelegenen Flur der nach vorne orientierten Büroräume; an seinem Beginn
vermitteln mehrere Stufen auf das Hochparterreniveau des Erdgeschosses.
Hohe Rundbogenfenster belichten den Gang, der zu dem im Zwickel zwischen
beiden Flügeln angeordneten Treppenhaus führt. Von einer zweiflügeligen
Fenstertür mit Oberlicht geschlossene, rundbogige Durchgänge trennen
Flur und Treppenhaus. Die massive Treppe selbst ist verhältnismäßig
schlicht, mit geraden Geländerstäben gestaltet.
Typologisch interessant ist die Tatsache, dass
die heute ebenfalls in Büros aufgeteilten Ober- bzw. Dachgeschosse laut
Entwurfsplan ursprünglich nicht unterteilte (Zeichen-)Säle waren.
Auf der Hofseite wurde 1928 ein
"Arbeiter-Wohlfahrtshaus" angebaut, welches ebenfalls erhalten
ist. Es schließt mit einem überdeckten Gang, seitlich rundbogig geöffnet,
an den Eingangsflur des Verwaltungsgebäudes an und erhebt sich mit drei
Vollgeschossen auf gedrungener L-förmiger Grundfläche. Sein Äußeres,
über Sockel backsteinsichtig mit Kunststeinrahmung der Fenster und
abgewalmtem Steildach, ist unter Verzicht auf Schmuckelemente
gestalterisch dem Verwaltungsgebäude angepasst. Für die spätere
Bauzeit typisch ist das halbrund aus der Fassade herausragende
Treppenhaus mit seinen schlanken vertikalen Fensterbahnen, unterhalb
derer ein Nebeneingang in das Sockelgeschoss führt.
Das Innere enthielt ehemals laut
Baubeschreibung im Erdgeschoss Vorhalle sowie Speise- und Ruheraum sowie
in den beiden Obergeschossen Wasch- und Ankleideräume samt
Brausezellen. Heute sind hier ebenfalls Büroräume untergebracht.
Erhalten sind das Treppenhaus mit der massiven, halbrund geführten
Treppe und der Verbindungsgang mit seiner charakteristischen, gebänderten
Wandverkleidung zwischen den Bogenfenstern.
Geschichte
Die 1887 von Georg und Ernst Heine gegründete Maschinenfabrik Gebrüder
Heine war über fast 100 Jahre ein über Viersen hinaus bedeutendes
Unternehmen. "Die Firma ging aus der von dem Vater Carl Friedrich
Heine 1847 gegründeten Schmiede hervor, die in der Sektion Rintgen, Am
Krapohl lag. Die ersten Produkte waren Webstühle und Färbereimaschinen.
Noch im Gründungsjahr wurde mit der Herstellung von Zentrifugen, dem späteren
Hauptprodukt, begonnen.
Die Firma war stark exportorientiert. Schon vor
dem Ersten Weltkrieg gingen Lieferungen in das europäische (...) und
das außereuropäische Ausland (...). Das mittelständische Unternehmen
beschäftigte 1929 285 Mitarbeiter, 1981 nur noch 60 Mitarbeiter. Die
als Personengesellschaft gegründete Firma nahm 1966 die Rechtsform
einer GmbH&Co KG an. Sinkende Umsätze führten 1981 zur Übernahme
durch die LUWA-SMS Butzbach, einer Tochter der LU-WA AG, Zürich. Die
Produktion wurde nach Butzbach, Hessen verlegt. Die Liegenschaften
erwarb vor allem die Firma Trienekens. (...) Im Juni 1984 wurde die
Heine Zentrifugen GmbH aus dem Handelsregister gelöscht." (Quelle:
StaVie, Findbuch Sml. Heine, Einleitung). Anlässlich des 50jährigen
Firmenjubiläums 1937 bezeichnete sich die Firma selbst als "größte
Zentrifugenfabrik Europas" (vgl. Festschrift "Arbeit,
Vertrauen, Erfolg. Heine Zentrifugen seit 1887" in StaVie, Sml.
Heine, Nr. 83).
Die Fabrikanlage der Firma Heine befand sich
ursprünglich an der Gladbacher Straße. Die älteren Gebäude vor 1914
führte noch der Viersener Baumeister L. Hansen aus, ein Schwiegersohn
von Carl Friedrich Heine, d.h. Schwager der Gebr. Heine. Im Laufe seiner
Entwicklung breitete sich das Unternehmen über das gesamte, noch heute
in diesen Dimensionen nachvollziehbare Grundstück entlang der Ringstraße
bis hin zur Greefsallee aus. Das Wachstum der Firma war dabei
offensichtlich schneller als das der Ringstraße, deren im Stadtbauplan
angelegter Verlauf das Firmengelände durchschnitt und die wohl auch
deswegen nie die ihr zugedachte Funktion und Bedeutung erlangte.
Der Standort des Verwaltungsgebäudes von 1914,
am äußerst nordöstlichen Punkt des Geländes, kennzeichnet eine
Schwerpunktverlagerung im Firmengelände, deren Verlauf von West nach
Ost erfolgte. Der älteste erhaltene Lageplan der Firma von 1868 zeigt
noch eine "Heines Hof" bezeichnete Hofanlage an der Gladbacher
Straße, in der sich die väterliche Schmiede befand. Weitere durch
Baugesuche festgehaltene Entwicklungsschritte sind 1896 ein großer
Lagerschuppen sowie Dampfkessel mit Kamin für die neue Firma Gebr.
Heine unmittelbar bei der alten Hofanlage/Schmiede, eine
Einfriedungsmauer 1897, ein weiteres Lagergebäude (um 1900), eine große
Montagehalle südlich der alten Anlage (und "jenseits" der
projektierten Ringstraße, 1904). Zahlreiche weitere Gebäude, darunter
eine noch bestehende Montagehalle mit Dreherei, welche die Verbindung
zwischen Gladbacher Straße und Greefsallee herstellte, folgten.
Das Verwaltungsgebäude ist das Werk eines
bedeutenden Architekten. Robert Neuhaus wurde 1864 in Krefeld geboren.
1887-94 ist er in Köln nachweisbar, wo er als freischaffender Architekt
gemeinsam mit Carl Schauppmeyer ein Büro unterhielt. 1894/95 zog er
nach Rheydt, nachdem ihm dort im Wettbewerb für den Rathausneubau zunächst
der dritte Preis und dann die Ausführung zugesprochen worden waren.
1895/96 entstand das Rheydter Rathaus nach seinen Plänen in
neogotischem Stil, ebenso wie um 1900 die Häuser Bismarckstraße 97 und
99 in Mönchengladbach. In der Folgezeit entwickelte sich Neuhaus
gemeinsam mit seinem Teilhaber August Stief zu einem bedeutenden
Villenarchitekten in Rheydt und Mönchengladbach. Hervorzuheben ist die
überaus stattliche Villa Hecht, Mozartstraße 19 in Mönchengladbach,
1914-16 in neubarockem Stil. Ein weiteres monumentales Rathaus,
ebenfalls neogotisch, wurde nach seinem Entwurf 1902 in Hamborn
errichtet.
Im Mönchengladbach und Rheydt benachbarten
Viersen ist Neuhaus ebenfalls mit einigen wichtigen Bauten vertreten. Außer
Arbeiten für die Firma Gebrüder Heine sind bislang bekannt die Villa
Marx, Gerberstraße 20 und das Kriegerehrenmal in der evangelischen
Kirche an der Hauptstraße. Die Heine-Bauten erwähnte Neuhaus ausdrücklich
auch in seinem Oeuvrekatalog Mitte der zwanziger Jahre.
Das Gesamtwerk von Neuhaus (Nachlass im
Stadtarchiv Mönchengladbach) ist erst in Ansätzen gesichtet. Die
Prominenz der ihm übertragenen Bauaufgaben weist ihn als einen regional
überaus gefragten und bedeutenden Architekten aus. Stilistisch spiegelt
sich in seinen Bauten der wechselnde Geschmack der Jahrzehnte und wohl
auch seiner Bauherren wider. Neben ausgesprochen neogotischen und
neobarocken Entwürfen stehen dabei eher neusachliche, biedermeierliche
Beispiele, zu denen neben den Villen Parkstraße 71 (stark verändert)
und Zoppenbroich 65 in Mönchengladbach auch die Villa Heine in Viersen,
Heimbachstraße 12, das Wohnhaus von Ernst August Heine, zu zählen ist.
Gegen Ende der zwanziger Jahre scheint sich
Robert Neuhaus, möglicherweise auch krankheitsbedingt, mehr und mehr
aus seinem Büro zurückgezogen zu haben. 1931 zog er sich ganz nach
Wassenberg zurück, wo er verwandtschaftliche und freundschaftliche
Beziehungen hatte; 1934 ist er dort gestorben. Eine Sammlung zu seinem
Werk (Vorarbeiten zu einer nicht fertig gestellten Dissertation über
ihn) befindet sich im Stadtarchiv Mönchengladbach.
Bedeutung
Architekturgeschichtlich repräsentiert das Verwaltungsgebäude der
Firma Heine jenen konservativen, an barocken und klassizistischen
Vorbildern orientierten Zeitstil vor dem Ersten Weltkrieg, der im
Gefolge von Werkbund- und Heimatschutzbewegung sowie Büchern wie dem
vielgelesenen "Um 1800" oder den Traktaten von Paul
Schultze-Naumburg entstand. In diesem Zusammenhang verdeutlichen Würdeformen
wie der Giebelrisalit an der stadtzugewandten Fassade einschließlich
des bekrönenden Belvedere Status und Repräsentationswillen des
Unternehmens. Die davon abgesehen relativ ornamentfreie, eher flächige
Außenbaugestaltung mit ihrer gleichmäßigen Reihung der Fensterachsen
verweist gleichzeitig aber auch auf Tendenzen der Moderne, die sich von
der historistischen Detailgestaltung deutlich absetzten. Ältere Zeitströmungen
an vergleichbaren Bautypen lassen sich in Viersen am Rathausgebäude
Bahnhofstraße 29 nachvollziehen, wo die ursprüngliche schmucklose
Backsteinfassade eines Kontorgebäudes 1887 für die Rathausfunktion mit
einer aufwändigen Renaissancedekoration versehen wurde.
Hinter der Fassade war und ist im Inneren ein
unkomplizierter, zweckmäßiger Grundriss verwirklicht. Die einhüftige
Fluranordnung repräsentiert den modernen Anspruch der Bauzeit, mit natürlichem
Licht versorgte helle Innenräume zu schaffen. Die im Entwurf nicht
unter-teilten großen Säle ermöglichten später die funktional
sinnvolle Neuorganisation des Inneren mit Hilfe "flexibler",
nicht tragender Einbauten.
Der rückwärtige Sozialbau ist als Fortführung
der Formensprache des Verwaltungsgebäudes zu verstehen, wobei das
halbrund vorgezogene Treppenhaus mit seinem vertikalen Fensterband den
Zeitgeist der zwanziger Jahre wiedergibt. Der Bau einer solchen,
durchaus fortschrittlichen Einrichtung in zudem qualitätvoller
Architektur verdeutlicht augenfällig Größe und Bedeutung der Firma
Heine zu dieser Zeit.
Als repräsentatives Verwaltungsgebäude der überregional
bedeutenden Firma Gebrüder Heine, die über annähernd 100 Jahre den
Standort zwischen Gladbacher Straße und Greefsallee prägte, ist das
Gebäude Greefsallee 1 bedeutend für Viersen. Von der Geschichte dieser
Firma zeugt ferner das erhaltene Sozialgebäude von 1928, dass trotz
seiner inneren Veränderungen auch noch einen Eindruck von den Arbeits-
und Produktionsverhältnissen in der Firma vermittelt. Die Weiternutzung
von Gelände und einem Teil der Gebäude durch die nachfolgende Firma
Trienekens sowie die umfängliche Firmendokumentation im Stadtarchiv
unterstreichen zusätzlich diese Tradition und das öffentliche
Bewusstsein von ihr.
Das Verwaltungsgebäude ist ein in seinen
wesentlichen charakteristischen Merkmalen anschaulich erhaltener Bau von
1914, dessen Gestalt die seinerzeit typischen neubarocken und
klassizierenden Tendenzen aufweist. Er ist das Werk des bekannten
Architekten Robert Neuhaus, der im Raum Mönchengladbach als ein führender
Architekt für repräsentative Bauaufgaben galt. Dass die Inhaber der
Firma Gebr. Heine ihn und nicht einen der einheimischen Architekten mit
ihren Bauten beauftragten, kann als Ausweis eines überdurchschnittlichen
Anspruchniveaus gewertet werden.
Eine behutsame Weiterentwicklung der Formen von
1914 zeigt das zugehörige Sozialgebäude, mit gemäß Funktion, Lage
und Zeitstil schlichteren Formen und dem halbrunden Treppenhausturm. Aus
wissenschaftlichen, hier architekturgeschichtlichen Gründen besteht
daher an der Erhaltung und Nutzung von Verwaltungs- und Sozialgebäude
ein öffentliches Interesse. Wegen der großen Bedeutung der Firma Gebr.
Heine innerhalb der Wirtschaftsgeschichte von Viersen kommen
ortsgeschichtliche Gründe dazu. Es handelt sich daher gemäß § 2 (1)
Denkmalschut zgesetz insgesamt um ein Baudenkmal.