.jpg)
Denkmalbeschreibung:
Der in landschaftstypischer Weise in der Nähe
des Pletschbaches gelegene Hols-Fels-Hof wurde einer Balkeninschrift
zufolge 1617 gebaut. Im 18. und 19. Jahrhundert erfuhr er bauliche Veränderungen.
Der Balken mit der Inschrift IN HOIS FElS HDF
AN DER BEIFERT STRATEN 1617 DEN 6 IVNY diente an der östlichen
Giebelseite als Türsturz der Eingangsstalltür, die vermutlich bei
einem Umbau von 1836 verbreitert worden war. In der Familie des
Vorbesitzers, die seit 1709 dort ansässig war, wurde der Balken
aufbewahrt. Damals erhielt das Gebäude anstelle des Strohdaches
Hohlziegeleindeckung mit Strohdocken.
Das Bauernhaus ist in Ständerbauweise
(Eichenholzkonstruktion) mit 4 Ständerpaaren errichtet. Heute sind von
diesen einige umbaut.
Der eingeschossige Backsteinhof in nicht
durchgezogenen Achsen besitzt ein ausgeprägtes Krüppelwalmdach, das
nach der Renovierung - seit 1980 - übermäßig an den Giebelseiten
heruntergezogen ist. Befremdlich wirken auch die neu eingebauten
Dachgauben, die dem geduckten Haus mit tief herabgezogenem Dach überproportional
aufgesetzt wurden.
Das Gebäude ist dem Typ des niederrheinischen
Hallenhauses zuzurechnen, dessen Futterdeele ursprünglich wohl durch
einen (heute einseitig erneuerten) Doppelkamin von der Wohnküche
getrennt war.
Die beiden Abseiten sind ungleich breit; die südliche
Längsseite ist teils zurückgesetzt.
Die Raumaufteilung (da heute drei Wohnungen
enthaltend) wurde außerordentlich verändert, so dass der alte,
typische Grundriss kaum noch wahrnehmbar ist. Außer der Hintermauerung
der Außenwände wurden neue Wände eingezogen, die zum Teil sich nicht
an die Fluchtlinie der Abseite richten. Es wurden Sanitärtrakte im
Hallenbereich eingebaut und die Deckenöffnung in einem Teil des Hauses
bis nach oben in den First gezogen.
Das Haus besaß aufgrund des hohen
Grundwasserspiegels keinen Gewölbekeller (der jetzige Keller ist neu)
und somit auch keine Opkamer. Aber es gab früher drei Holzbrunnen im
Hause, die nicht erhalten sind.
Neu aufgemauert wurden die nördliche Längsseite,
wo nötig auch die Südseite. Von den originalen Tür- und Fensteröffnungen
an der Westgiebelseite wurden zwei Fenster jetzt zugemauert. An der
Ostgiebelseite befand sich vermutlich früher das große Tor statt der
schmalen heutigen Eingangstür.
Bei der Renovierung des Fußbodens zeigte sich
noch der lehmgestampfte Fußboden.
Das heute in seinem äußeren Erscheinungsbild
(die ehemalige Scheune wurde durch ein Schleppdach verändert) stark
verfremdete Gebäude hat in seinem Inneren die typische
Grundrissaufteilung verloren. Zwar besteht noch in seinem Kern das
typische Holzständerwerk des ursprünglichen Wohn/Stallhauses. Doch
sind die baulichen Veränderungen und Erneuerungen dominierend.
Es ist demnach fraglich, ob das Gebäude, das
durch seine Kulturlandschaft prägende Lage, seine Geschichtlichkeit,
seine im Kern noch vorhandene niederrheinische Bauernhausarchitektur,
seine Bedeutung durchaus besitzt, aus wissenschaftlichen Gründen,
insbesondere volkskundlichen, geschichtlichen, siedlungsgeschichtlichen
Gründen zwecks Erhaltung und Nutzung gemäß § 2 (1)
Denkmalschutzgesetz im öffentlichen Interesse zu stehen hat.